Festival in Oberhausen

Im Jahre 321 n.Chr. wurde erstmals jüdisches Leben auf heutigem deutschen Boden urkundlich erwähnt. Heute, 1700 Jahre später, wird dies mit einem großen Jubiläumsjahr mit zahlreichen Veranstaltungen begangen. Auch wir in Oberhausen beteiligen uns mit vielen Aktionen und einem kleinen Festival mit Dialog und viel Kunst, Kultur und Musik.

Flyer: Musikalische Veranstaltungen in der rheinischen Landeskirche

 

Terminübersicht:
DatumUhrzeitVeranstaltungOrt
So, 31.10.2118:00 UhrVortrag zum Thema Antisemitismus
mit Dr. Abraham Lehrer (stellv. Vorsitzender Zentralrat der Juden)
Gemeindehaus Christuskirche, Nohlstr. 2-4
Sa, 06.11.2119:00 UhrAbend der Begegnung mit kulinarischen und kulturellen AngebotenKastell Holten, Kastellstr. 58
So, 07.11.2110:00 UhrThemengottesdienst mit Pfarrerin Schmitz-Jeromin, Mezzosopranistin Anna Padalko und Kreiskantor Danny NeumannChristuskirche, Nohlstr. 7
So, 07.11.2118:00 UhrBegegnungskonzert mit christlicher und jüdischer Musik
Chöre und Ensembles aus Oberhausen
Christuskirche, Nohlstr. 7
Di, 09.11.2118:00 Uhr

19:30 Uhr

20:00 Uhr
Gedenkfeier mit Kranzwidmung (Stadt Oberhausen)

Werkeinführung
mit Prof. Dr. Matthias Schröder

Oratorienkonzert "A Child of our Time" (M. Tippett)

Katharina Leyhe, Sopran
Anna Padalko, Alt
Lukas Schmidt, Tenor
Jörg Hempel, Bass

Ev. Singgemeinde
Projekt-SängerInnen

Sinfonieorchester Ruhr

Kreiskantor Danny Neumann, Leitung
Friedenstraße 24

Herz-Jesu, Altmarkt

Der Zugang zu allen Veranstaltungen ist frei, unterliegt allerdings den aktuellen Corona-Einschränkungen (aktuell 3G: nur geimpft, genesen oder getestet).

 

#beziehungsweise

Die ökumenisch verantwortete Kampagne „#beziehungsweise –jüdisch und christlich: näher als du denkst“ möchte dazu anregen, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen. Auch und gerade im Blick auf die Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer vielfältigen Ausprägung gelenkt werden. Die Kampagne ist ein Beitrag zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.

Wir sind uns bewusst: Die Betonung der Nähe ist nur unter Wahrung der Würde der Differenz möglich. Deshalb halten wir es für unverzichtbar, die Bezugnahmen auf das Judentum in christlichen Kontexten auch kritisch zu hinterfragen, Vereinnahmungstendenzen zu erkennen und zu vermeiden.

Aktuell finden wir uns dabei in einer gesellschaftlichen Situation wieder, die durch ein Erstarken von Antisemitismus und weiterer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Übergriffe gegen jüdische Bürger*innen, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen weiterhin zu.

In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.

(Quelle: https://www.juedisch-beziehungsweise-christlich.de/)

Dezember 2021

Wundervoll: Chanukka beziehungsweise Weihnachten.

Während Chanukka wird jeden Tag eine Kerze mehr am Leuchter angezündet. Licht in der Dunkelheit erinnert das Licht-Wunder im Jerusalemer Tempel. In der dunklen Jahreszeit feiern Christinnen und Christen die Geburt Jesu, der als Licht in die Welt kommt. Gott zeigt sich in den Wundern des Lebens. Hoffnung, die immer wieder neu entzündet wird!

Eine jüdische Stimme

Wenn ringsum alle Zeichen auf Advent und Weihnachten stehen, feiern Jüdinnen und Juden Chanukka. Acht Tage lang wird das jüdische Lichterfest begangen, das an den Aufstand der Makkabäer gegen die Griechen im 2. Jahrhundert v.d.Z. erinnert. Nach schweren Kämpfen wurde der geschändete Jerusalemer Tempel erobert und wiedereingeweiht. Ein kleines Ölkrüglein reichte wundersam aus, um den Leuchter acht Tage lang am Brennen zu halten. Darum zünden Jüdinnen und Juden an der achtarmigen Chanukkiah jeden Tag ein Licht mehr an, bis am achten Tag alle acht Kerzen brennen. Die wachsende Kraft des Lichts strahlt Hoffnung aus und lässt die Dunkelheit weichen.

Chanukkah ist ein Fest der kulturellen Selbstbehauptung. Beim abendlichen Lichterzünden versammeln sich Familie und Freunde; sie stellen die Chanukka-Leuchter ins Fenster, um der Welt von Gottes Wundern zu erzählen. Singen, spielen, Geschenke für die Kinder und in Öl gebackene Köstlichkeiten wie Latkes und Pfannkuchen machen jeden Abend zu einem Fest.

– Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg

 

Eine christliche Stimme

Kurzfassung

„Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“ Wenige Sätze, und eine ganze Geschichte steht vor dem inneren Auge. Eine Geschichte von Obdachsuche und Heimat, von wunderbarer Geburt und großen Verheißungen, die in der Nacht aufleuchten. Es ist das Evangelium, das in der Heiligen Nacht in den Kirchen gesungen wird.

Das Weihnachtsfest hat eine lange Geschichte und ist in den Kirchen der Christenheit unterschiedlich ausgeprägt. Am 25. Dezember ist es in Rom erst seit dem Jahr 336 bezeugt. Von Ägypten her kommt das Fest Epiphanie, die Erscheinung des Herrn vor der Schöpfung, das in den Ostkirchen im Zentrum des Weihnachtsfestes steht. Deshalb wird an diesem Tag eine feierliche Segnung des Wassers begangen.

Im Westen wiederum ist das Epiphaniefest am 6. Januar mit der Ankunft der „Heiligen drei Königen“ verbunden, den Vertretern der Völker vor dem König in der Krippe.

Natürlich stellen sich alle Christinnen und Christen eine Geschichte vor, am liebsten die innigste, die mit der Kindheit verbunden ist. Vielleicht ist sie die wahrste. Denn sie verbindet mit dem Staunen über die wundervolle Botschaft: „Die Gnade Gottes ist erschienen um alle Menschen zu retten.“ (Tit 2,11)

– Prof. Dr. Margareta Gruber OSF
Lehrstuhl für Exegese des Neuen Testaments und Biblische Theologie
Philosophisch-theologische Hochschule Vallendar