Keine neue Kirchensteuer auf Zinsen und Erträge

img_8508Millionen Bundesbürger erhalten in diesem Jahr Post von ihrer Bank: „Kirchensteuerabzug auf Kapitalerträge ab 2015 automatisch“ – so oder ähnlich lauten die Überschriften über den Informationen. Dabei geht es nicht um eine neue Kirchensteuer, sondern um eine Vereinfachung des bisherigen Verfahrens für die Bankkunden. Durch diese Änderung müssen Sparer keinen Cent mehr zahlen!

Der bereits im Jahr 2009 eingeführte Kirchensteuerabzug auf Kapitalerträge betrifft nur Kirchenmitglieder, und auch nur die, deren Zinserträge 801 Euro (Ledige) bzw. 1602 Euro (Verheiratete) übersteigen. Legt man die derzeit üblichen Sparzinsen zugrunde (zum Beispiel bei einem Tagesgeldkonto, das mit 0,5 Prozent verzinst wird), würde also erst ab einem Anlagevermögen von mindestens 160.000 Euro (Ledige) bzw. 320.000 Euro (Ehepaar) eine Steuerzahlung fällig. Für die Allermeisten dürfte die Änderung daher zurzeit gar keine Auswirkungen haben, wenn sie einen entsprechenden Freistellungsauftrag eingerichtet haben.

Für alle, die mehr Zinsgewinne erzielen, bedeutet das Verfahren zusätzliche Bequemlichkeit, da das Kirchensteuermerkmal automatisch (und anonymisiert!) an die Bank übermittelt wird. Eine neue Kirchensteuer wird aber auch hier nicht eingeführt. Kapitalerträge waren auch vor der automatischen Datenübermittlung kirchensteuerpflichtig. Nur mussten die Sparer selber aktiv werden und ihre Religionszugehörigkeit mitteilen.

Ausführlich erklärt wird der Zusammenhang in einem Fact-Sheet “Abgeltungsteuer” oder direkt auf der Website der Rheinischen Landeskirche. Für persönliche Auskünfte gibt es beim gebührenfreien Kirchensteuertelefon der Rheinischen Landeskirche: 0800 000 10 34.

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