Unsere alte Dame plaudert in den letzten Augusttagen

Drinnen in mir soll ruhig aufs Bild.
Auch wenn es nicht aufgeräumt ist. Und nicht makellos“.
Denn wer ist das schon: innendrin aufgeräumt und makellos. Wäre doch auch langweilig.
Hab ich schon erzählt: Jetzt will sogar das Land NRW, dass es mir wieder Ach nee, ach nee. Jetzt bin ich schon wieder in der Zeitung! Mit diesen tollen Fotos von dem Herrn Krämer.

Wer in diesen Tagen hinter meinen grünen Arbeitskittel guckt, kann sehn, dass ich ein bisschen errötet bin. So viel Aufmerksamkeit! Wobei, ich muss ja zugeben, dass ich doch überlegt habe, ob ich den Bildern von meinem Innenleben zustimme. Wer lässt sich denn gerne hinter die Fassade schauen…

„Wie´s innen aussieht, geht keinen was an!“ haben Sie vielleicht auch schon mal gehört, diesen Satz.

Dabei ist das doch eigentlich so ein Blödsinn. Grade innendrin ist oft so viel Schönes. Also, in mir und auch in Ihnen.
Wenn man jemand kennenlernen will, ist das Außen auch nett, aber liebhaben kann man nur, was so drinsteckt, sieht man nicht sofort, kann man aber spüren. Find ich.
Weil mir das so überlegt hab, hab ich dann auch gesagt: „ Das gut geht.
Die haben richtig viel Geld gegeben, für meinen Turm.
Na, da will ich mal genau sein: ist ja eigentlich nicht mein Turm, sondern euer.
Oder eben unser gemeinsam. So eine Kirche gehört ja nicht sich selbst, sondern allen, denen sie wichtig ist.

Ich hab mich auf jedem Fall über die Hilfe sehr gefreut, war auch sympathisch, diese Begegnung mit ihnen, wie sie da alle kamen: die Regierungspräsidentin und die Leute von den Denkmalbehörden und von der Stadt.

Sie sind sogar mit dem Aufzug hoch, um mir so richtig nah zu sein.
Das mochte ich.
Ich hab mich auch sehr bemüht, nicht zu wackeln, damit keiner und keine Angst haben braucht.
Ist mir auch gelungen. Vielleicht kommen sie ja noch mal wieder?

Hach, ich hab´s gut: ich kann immer was Schönes erzählen!
Das wünsche ich Ihnen auch: dass Sie immer wieder mal was Schönes zu erzählen haben.

In diesem Sinne
Ihre, Eure alte Dame

Übergabe der Fördergelder des Landes NRW

Liebe Gemeinde,

in den vergangenen Tagen konnten Sie folgende Überschriften in der WAZ oder auf der Seite www.brd.nrw.de der Bezirksregierung Düsseldorf lesen: „Kräftige Finanzspritze für Kirchturm“ oder „Freude über Förderbescheid“. Tatsächlich war es all das und darüber hinaus im wahren Sinne ein (Meilen)-Stein bei der Durchführung der Sanierungsarbeiten an unserer Kirche.

In großer Runde konnte unsere Pfarrerin Ilona Schmitz Jeromin im Gemeindehaus am Montag, den 13.08.2018 aus den Händen der Regierungspräsidentin Frau Birgitta Rademacher den Förderbescheid über 330.000 € entgegen nehmen. Bei einem Snack und Kaffee/Saft hatten sich viele an diesem Prozess beteiligte Personen eingefunden. So waren u. a. Vertreter der Bezirksregierung Düsseldorf in Person des Herrn Harald Siebert als zuständiger Dezernent für die Baudenkmalpflege, Herr Dipl. Ingenieur Werner Maliska vom Ingenieurbüro Kölsch und Maliska aus Duisburg, sowie von der Stadt Oberhausen Frau Sabine Lauxen als Beigeordnete vertreten. Auch der Förderverein war mit dem Vorstandsmitglied und Presbyter Rainer Kullmann anwesend.

Nachdem Frau Rademacher den Förderbescheid vor den Augen der Anwesenden unterschrieben und die entsprechenden Fotos gemacht wurden, ging es zu Baustelle. Hier ließ es sich die Regierungs-präsidentin nicht nehmen, den Turm mit dem Baustellenaufzug zu befahren und sich die Arbeiten direkt von Herrn Maliska erläutern zu lassen.

Die von der Landesregierung nun bewilligten 330.000 € sind ein wesentlicher Beitrag zur Finanzierung des 1. Bauabschnittes, indem es um die Sanierung des Turmes und der Front unserer Kirche geht. Neben den Eigenmitteln der Kirchengemeinde wird dieser Abschnitt auch durch Fördergelder der Stiftung KiBa in Höhe von 50.000 € und den Kirchenkreis Oberhausen unterstützt.

Für den 2. Bauabschnitt ist unsere Christus-Kirchengemeinde nun aber auf umfangreiche weitere finanzielle Unterstützung angewiesen, da unsere zweckgebundenen Eigenmittel nahezu auf-gebraucht sind. Ein dreiköpfiger Arbeitskreis (Pfarrerin Ilona Schmitz Jeromin, Herr Rainer Kullmann) unter der kompetenten Leitung unserer Küsterin Brigitte Rösner ist also weiterhin damit beschäftigt, Fördermöglichkeiten heraus zu finden, Antragsformulare zu verstehen und auszufüllen, mit diversen Anhängen (Bauzeichnungen, Fotos, Grundrissen uvm.) zu versehen und fristgerecht zu versenden.
Auch unser Förderverein für die Ev. Christuskirche Alt- Oberhausen e.V. beteiligt sich engagiert an der Finanzierung der Baumaßnahme. Doch dazu an anderer Stelle mehr.           Abschließend bleibt an dieser Stelle erst mal die Freude festzuhalten, dass der 1. Bauabschnitt finanziell abgesichert ist, Anträge zur finanziellen Unterstützung für den 2. Bauabschnitt schon auf dem Weg oder in Bearbeitung sind und viele Menschen – auch an entscheidenden Stellen – unserer Kirche sehr wohlgesonnen sind. Dies lässt uns für die weiteren Sanierungsarbeiten – auch des Kirchenschiffes und der Glocken – zuversichtlich in die Zukunft schauen.   

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Kullmann 

Unsere alte Dame plaudert zum Geburtstag (Samstag, den 4.8.18)


Es ist mir schon ein wenig unangenehm, dass ich zum meinem Geburtstag nicht selber einen Kuchen backen kann, aber im Alter lassen manche Fähigkeiten eben nach. (Wobei, ich geb´s ja zu: ich hab noch nie in meinem Leben einen Kuchen gebacken. Es macht aber Spaß mit dem Alter ein bisschen zu kokettieren)

Haben Sie meine Geburtstagseinladung zum 154. überhaupt bekommen?

Wenn nicht, wiederhole ich sie gerne: Am Samstag, den 4. August, 15.00 Uhr treffen sich alle, die mit mir feiern wollen, im Kirchgarten und vor dem Kirchgarten. Und, wie ich so zart angedeutet habe: es wäre nett, wenn Sie einen Kuchen mitbringen.

Wie es mir sonst so geht? Recht gut eigentlich, mit der Hitze komme ich klar, die Arbeiter sind sehr nett zu mir, sie versuchen sanft mit mir umzugehen und meistens gelingt es ihnen auch. Und wenn doch mal was zwickt, was soll´s, ich weiß ja, wozu es gut ist.

Ich fühle mich auch sehr gewürdigt. Da war vor einigen Wochen schon wieder ein schöner Artikel über mich in der WAZ zu lesen, noch mal Danke an den Journalisten.

Und wenn ich mich so umhöre (ja, wir Kirchtürme verständigen uns ab und zu, aber wie, ist versiegeltes Kirchtürmegeheimnis, das verrate ich also nicht), krieg ich mit, dass ich die meistfotografierte Sanierungskirche bin. Da ist jetzt schon ein Bilderschatz entstanden. Aber das wissen Sie ja von der homepage.

Ach, ich merke, die Hitze macht mich doch ein wenig schläfrig. Ich höre mal auf mit der Plauderei, und erzähle bei meiner Geburtstagsfeier weiter.

Wäre schön, wenn wir uns da sehen!

Ihre heute etwas müde alte Dame

Unsere alte Dame plaudert zum drittenmal

Christuskirche

Bohrung durch das gesamte Mauerwerk für die Ankerschrauben

Also, was man in meinem Alter noch alles mit mir anstellt! Erst zieht man mir einen Arbeitskittel an und dann schnallt man mir auch noch einen Gürtel um.
Der Arbeitskittel hängt so an mir runter. Ich finde, Grün steht mir nicht. Etwas Längsgestreiftes, vielleicht in Kirchentagslila und einem pfingstlichen Weiß wäre mir lieber gewesen. So etwas macht ja auch schlank.

Naja, es ist ja nur ein Arbeitskittel.

Mein Gürtel ist, nebenbei bemerkt, aus Stahl. Den können Sie nicht sehen, der ist unter dem Kittel. Das ist mir auch lieber so. Das ist mir schon etwas peinlich, dass ich einen Stahlgürtel brauche, damit ich nicht aus den Fugen gerate, wenn die Fugen gesäubert werden.

Ich habe Glück, dass ich nicht kitzelig bin. So wie die Arbeiter an mit herumwerkeln.

Zeiger einer der Uhren vor dem Abtransport

Sie schaben und klopfen und bohren und kratzen… Keine Angst, das tut mir nicht weh, ich kichere nur manchmal leise in mich hinein.
Zur Zeit bin ich übrigens zeitlos ( hihi, haben Sie das Wortspiel bemerkt?).

Meine Zifferblätter sind entfernt worden. Die sind vielleicht sogar noch aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts! Dass die so alt sind, hatte ich ganz vergessen. In meinem Alter ist aber Vergesslichkeit gestattet.

Natürlich werden die Zifferblätter, wenn sie restauriert sind, erneut bei mir angebracht.

Ich werde also wieder „up to date“sein.

Und noch etwas: Haben Sie schon gehört, dass Sie meine Glocken nicht hören?
Tja, das „Nicht Glocken Hören“ wird auch noch eine Weile anhalten.
Turmarbeit und Glockenanschläge vertragen sich leider nicht.
Ich find´s auch schade. Aber: man kann eben nicht immer alles haben.
Das hat mich mein langes Leben gelehrt.
Hach, wie weise ich geworden bin!

So grüßt Sie weise und lebensklug

Ihre alte Dame

Egal, was kommt …

Michaela Breihan

 

Adieu!

Egal was kommt, es wird gut, sowieso
Immer geht ne neue Tür auf, irgendwo
Auch wenn´s grad nicht so läuft, wie gewohnt
Egal, es wird gut, sowieso.

(Song „Sowieso“ Mark Foster)

 

 

 

Liebe Gemeinde!

Der Songtext beschreibt meine jetzige Lebenssituation. Die letzten Jahre sind nicht so gut gelaufen, waren insgesamt geprägt von vielen Abschieden.

Wie Sie wissen, ist mein Mann Pfarrer Harald Wilhelm nach längerer schwerer Krankheit am 19. März verstorben. Dies ist für unsere Familie ein tiefer Einschnitt.

In den letzten Jahren habe ich dabei unsere Gemeinde so erlebt, wie man sie sich im Bilderbuch vorstellt. Menschen aus der Gemeinde und dem Presbyterium haben mir den Rücken freigehalten, damit ich meinen Mann über lange Wochen täglich in der Uniklinik besuchen konnte. Sie haben meine Kinder zur Mal- oder Musikschule gefahren, sie am Abend begleitet und vieles mehr gemacht. Dafür bin ich unendlich dankbar. Was ich aber auch gemerkt habe: diese schönen und guten Erinnerungen lähmen mich in meinem Dienst und das ist nicht gut für die Gemeindearbeit. Deshalb habe ich mich auf eine Funktionspfarrstelle beworben und werde ab 1. August 2018 an einem Berufskolleg in Krefeld Evangelische Religionslehre unterrichten. Für mich und meine Kinder „geht ne neue Tür auf“ – damit auch für Sie als Gemeinde, „egal, es wird gut, sowieso“. Auf meine Kollegin Pfarrerin Ilona Schmitz-Jeromin und dem Presbyterium wird in der Übergangszeit viel Arbeit zukommen. Vieles in der Gemeinde ist im Um- und Aufbruch. Ich hoffe, dass Sie sie nach ihren Kräften unterstützen werden mit einem Gebet, Spenden, guten Gedanken und ehrenamtlichen Engagement. Auf Sie alle kommt es an. Sie sind die Gemeinde.

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 2. Tim 1,16.

Für Ihre/Eure Zukunft wünsche ich allen Gottes Segen!

Die Christuskirche – Unsere alte Dame plaudert weiter

„Ich bin ja immer noch aufgeregt! Haben Sie es auch mitgekriegt: Letzte Woche war ich in der Zeitung! Sogar mit Bild!
Hoffentlich hat keiner bemerkt, dass ich vor Verlegenheit ein bisschen rot geworden bin. So viel Aufmerksamkeit für eine alte Dame. Da fühle ich mich sehr geehrt.
Wobei: ein wenig peinlich ist es mir schon, wenn ich höre, wie viel Geld für mich ausgegeben wird.
Und neulich-stellen Sie sich das mal vor- hörte ich sogar, wie einer im Vorübergehen sagte:
„So viel Schotter für ein Lifting! Die muss ja wirklich eitel sein! Andere Kirchen sehen schließlich auch alt aus!“
Da wäre ich beinahe aus meinem Korsett rausgesprungen und hätte ihm ein paar Takte gesagt:
Lifting! So ein Blödsinn! Ich mag meine Falten und Runzeln, die gehören zum Älterwerden.
Es geht bei mir doch nicht ums Schön Aussehen, es geht um meine Standhaftigkeit.
Und die will ich mir noch erhalten. Gerade im Alter habe ich ein Recht darauf!“
Gott sei Dank kam da gerade der Architekt zu mir. „Gnädige Frau“ sprach er mich an (so nennt er mich immer, hach, das höre ich so gerne), beruhigen Sie sich. Die allermeisten Menschen wissen doch, dass es Ihnen nicht um das Äußerliche geht.
Ihr Inneres ist den Menschen wertvoll. Deshalb ist es ihnen wichtig, dass sie der Stadt erhalten bleiben. Und machen Sie sich persönlich mal keine Sorgen um viele Geld, das für Sie ausgegeben wird. Dieses Geld, das von der Gemeinde kommt, das darf nur für Baumaßnahmen eingesetzt werden. Ihre Sanierung, gnädge Frau, geht nicht zu Lasten der Menschen in der Gemeinde.“
Mein Architekt spricht so manierlich. Dann erinnere ich mich an meine eigenen guten Sitten und werde immer respektabel und bewahre Haltung. Wobei: mit diesen Hunderten von Gerüststangen um mich herum kann ich gar nichts anders als Haltung bewahren!
Deshalb mit respektvollem Gruß
Ihre, Eure alte Dame